OSTSEEDIALOGE I

1 Mar 2019 - 19:30
1 Mar 2019 - 22:00
 
OSTSEEDIALOGE.
Ein Meer. 10 Länder. Eine mehrsprachige Literaturreihe.
 
Jan Wagner (Berlin) - Eugenijus Ališanka (Vilnius)

Moderation: Claudia Kramatschek

 
 
  es gibt nicht so viele orte auf dieser welt / es ist geradezu unmöglich sich nicht zu treffen.
Eugenijus Ališanka
 
 
Eine Kooperationsveranstaltung von auslandSPRACHEN, Forum Mare Balticum und Literaturhaus Berlin
 
1. 3. 2019, Literaturhaus Berlin, 19:30 Uhr, Eintritt: 7€ / 4€
 
Der Büchnerpreisträger Jan Wagner entfaltet in seinem Lyrikband Australien eine Windrose, die uns in die Lage versetzt, auch ganz baltisch zu amalgamieren – und im dichterischen Austausch mit dem kosmopolitischen Reisenden Eugenijus Ališanka verrückt er tatsächlich manche Grenze. Wagners Gedicht Osten streift Szenen vor allem aus dem deutschen Osten und Polen und in Norden figurieren der Däne Morti Vizki (1963–2004), der finnische Nationaldichter Johan Ludvig Runeberg (1804–1877) und Kopernikus in Frauenburg. In den Jahren 2004-2005 begegneten sich Jan Wagner und Eugenijus Ališanka in Vilnius und Berlin. Als Sohn eines verbannten Litauers in Sibirien geboren, als Übersetzer Zbigniew Herberts, als meditativer Beobachter eines Lebens am Gefrierpunkt bricht Eugenijus Ališanka aus der nationalen Abschottung einer „meist unsichtbaren Literatur auf der Landkarte der Weltliteratur“ aus. Das Zwiegespräch beider Dichter über den Entwurf der eigenen Topografie in der jeweils fremden Stadt spricht von der Unbestimmtheit von Regionen und umreißt fließend Peripherien wie Provinzen. An der Ost-West-Scheide bewegen sich die beiden entlang der schwimmenden Grenze, wo die eingelegten / gurken wie kompaßrosen im essig schwebten (Jan Wagner).
 
Jan Wagner,1971 geboren, lebt in Berlin. Auf seinen ersten Gedichtband Probebohrungen in den Himmel von 2001 erschienen Guerickes Sperling (2004), Achtzehn Pasteten (2007), Australien (2010), Die Eulenhasser in den Hallenhäusern (2012), Regentonnenvariationen (2014), Der verschlossene Raum. Beiläufige Prosa (2017) und zuletzt DIE LIVE BUTTERFLY SHOW (2018). Jan Wagner erhielt für sein Werk u.a. den Friedrich-Hölderlin-Preis (2011), den Mörike-Preis und den Preis der Leipziger Buchmesse (beide 2015) und den Georg-Büchner-Preis (2017).
 
Eugenijus Ališanka wurde 1960 in Barnaul/Sibirien, Russland, geboren, wohin seine Eltern verbannt waren. Er wuchs in Vilnius, Litauen, auf, wo er auch heute lebt. Nach dem Abschluss des Studiums der Mathematik 1983, veröffentlichte er fünf Gedichtbände. lygiadienis (äquinoktium 1991), peleno miestas (stadt aus asche 1995), dievakaulis (gottes knochen 1999), iš neparašitų istorijų (aus ungeschriebenen geschichten 2002) und exemplum 2006. exemplum erschien 2011 in der Übersetzung von Claudia Sinnig im Suhrkamp Verlag. 2006 war Eugenijus Ališanka Gast des DAAD-Künstlerprogramms sowie Teilnehmer beim ilb. Er übersetzte sowohl Gedichte von Zbigniew Herbert und Wislawa Szymborska aus dem Polnischen, als auch Lyrik von Aleš Debeljak und Tomaž Šalamun aus dem Slowenischen. Er ist Chefredakteur der Vilnius Review
 

Claudia Kramatschek lebt als Literaturkritikerin in Berlin, reist als Moderatorin quer durch die Republik – und mit Büchern gerne rund um die Welt. Sie schreibt u.a. für die NZZ sowie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und war Mitglied in diversen Jurys, so etwa 2015 beim Deutschen Buchpreis.

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